Philoppapos aus Selinus/Kilikien more

publiziert in: "Die Numismatische Gesellschaft zu Berlin, Festschrift zum 150-jährigen Bestehen, Berlin 1993, S. 69-73."

Elke Krengel_ Philopappos aus Selinus/Kilikien Welcher interessierte Athen-Besucher kennt nicht zumindest dem Namen nach den Philopappos- Hiigel im Zentrum der Stadt? Auf dieser in der Antike »Musenhugel« genannten Erhebung, sud- westlich der Akropolis gelegen, befindet sich noch heute die Ruine eines Grabmals, welches sich wahrend der Regierungszeit des Kaisers Trajan ein prominenter Adliger zu seinen Lebzeiten errich- ten liefS: C. Iulius Antiochos Philopappos0, letzter SprolS des kommagenischen Konigshauses, Mit- glied der romischen Oberschicht, Burgermeister2} von Athen und Ehrenkonsul 109 n.Chr. (Abb.l). Uber diesen Mann, der zu seiner Zeit eine heraus- ragende Personlichkeit war, gibt es nur vereinzelte Informationen aus antiken Quellen3', zudem konnte bis vor kurzem noch kein gesichertes Bildnis ihm zugeordnet werden. 1990 publizierte E. Levante in einem Corpus der antiken Munzen aus Selinus in Kilikien das erste gesicherte Portrait des Philopappos, das ihn auf einer kleinen uniquen Bronzemiinze als Knaben oder Jungling zeigt4) (Abb.2). Diese bisher unbe- kannte Pragung soli hier etwas ausfuhrlicher und in ihrem historischen Zusammenhang behandelt werden. Sowohl in der Inschrift auf seinem Grabmonu- ment als auch privat nannte sich Philopappos BACIAEYC MErAC, Grolskonig von Kommage- ne, einem Konigreich, das zur Zeit Kaiser Trajans schon seit Jahrzehnten nicht mehr existierte. Die- ses Konigreich wurde von Philopappos' Vorfah- ren 163/162 v.Chr. durch Sezession vom Seleuki- denreich im nordlichen Syrien gegrundet. Selbst- bewulSt schuf Antiochos I. von Kommagene Mitte Abb. 1 Grabmal des Philopappos in Athen mit Torso seiner Statue in der Zentralnische. Zeichnung von G.B. Lusieri, Reprod. aus Kleiner, s. Anm. 1. des ljh.v.Chr. mit der Errichtung einer eindrucks- vollen koniglichen Grabanlage auf dem Nemrud Dag einen eigenen synkretistischen Gotterhimmel fur sein junges Reich5). 1) Standardwerk zum Denkmal des Philopappos mit ausfuhrlichen Quellenangaben zur Person ist Diana E.E. Kleiner, The monu- ment of Philopappos in Athens, Archaeologica 30, Rom 1983. Nach ihrer Meinung ist nicht daran zu zweifeln, dafS das Monument zugleich auch die Funktion eines Grabmals hatte. 2) Freie Ubersetzung fur Archon von Athen. Zur Diskussion um die Datierung des Amtsjahres von Philopappos s. Kleiner, S.13f. 3) s. Prosopographia Imp. Rom. I2 , Nr. 151. 4) Edoardo Levante, The Coinage of Selinus in Cilicia, The Numismatic Chronicle 150, 1990, S.226-233 u. T. 19-22. 5) s. die verschiedenen Beitrage in "Kommagene", Geschichte und Kultur einer antiken Landschaft, hrsg. v. Friedrich Karl Dorner, Antike Welt Sondernummer 1975, und Richard D. Sullivan The Dynasty of Commagene, in : ANRW = Aufstieg und Niedergang der romischen Welt 11,8, hrsg. v. H. Temporini u. W. Haase, Berlin 1977, S.732-798. 69 Abb. 2 Vergrofserung von Abb. 7 im MaSstab 5:1. Die zunehmende Einbindung des Konigreichs in das romische Klientelstaatensystem fiihrte zu einer voriibergehenden, etwa zwanzigjiihrigen Annexion des Gebiets unter dem Kaiser Tiberius. Danach gelang es einem kommagenischen Prin- zen, Antiochos IV., dem Grofrvater des Philopap- pos, dank seiner freundschaftlichen Beziehungen zn Kaiser Caligula, das Kcinigreich als formell selb- standigen Staat erneut entstehen zu lassen. Zusiitz- lich zu seinem angestammten Kbnigreich erhielt er das westliche bzw. sogenannte »Rauhe Kiliki- Abb. 3 Kommagenisches Reichsgebiet (schraffiert). Au.s Tubinger Atlas des Vorderen Orients, Karte B V 8. en-. Dieses Gebiet hatte keine Territorialverbin- dung zum Stammland (Abb.3). Wahrscheinlich war die (Jbertragung des »Rauhen Kilikiens« an An- tiochos mit der Aufgabe verbunden, die unruhi- gen Stamme der Ketis zu »befrieden«, denn An- tiochos kam in den vollen Genufi aller Steuerein- nahmen des Landes, Nach einer kurzen Herr- schaftsunterbrechung wurde Antiochos von Kai- ser Claudius 41 n.Chr. noch einmal die Herrsehal't iiber beide Gebiete fur 30 Jahre zugesichert'". Abgesehen von der Reichspragung, die An- tiochos in seinem Stammland (ohne Nennung der Pragestadt) wahrscheinlich in der Resident Sa- mosata fiir sich, seine Frau lotape und seine Soh- ne Epiphanes und Kallinikos herausgeben lieK, priigten im »Rauhen Kilikien« fiir die Konigsfami- lie einige Stadte und Stamme in eigenem Namen. Fiir Antiochos IV. gaben Anemurion, Kelenderis, Korykos, Elaiussa Sebaste, Selinus und ausschliefi- lich im Reichsstil die Stamme der Ketis, Lakanatis und des sudlichen Lykaoniens, fiir seine Frau Anemurion, Korykos, Selinus und die Stamme der Lakanatis, fiir die Sohne Epiphanes und Kallini- kos Selinus und die Stamme der Lakanatis Mun- zen heraus7', fiir den Enkel bzw. Sohn des Epi- phanes Philopappos priigte nur Selinus. 6) s. Richard D. Sullivan, Die Stellung der kommagenischen Konigsdynastie in den Herrscherfamilien der hellenistischen Staaten- welt, Antike Welt Sonderheft -Kommagene-, S.38 mit Angabe der antiken Quellen. 1) s. Catalogue of the Greek Coins in the British Museum, Bd.20 : Galatia, Cappadocia, and Syria, v. W. Wroth, London 1899, S.xlii- xlviii, 104-111, T.X1V-XV und E. Babelon, Catalogue des monnaies grecques de la Bibliolheque Nationale, l.es rois de Syrie d' Armenie et de Commagene, Paris 1890, S.CCXIV-CCXV11I, 218-223, T.XXX. 70 Die Pragestatte Selinus nimmt, was die Stadtepra- gungen fur die kommagenische Konigsfamilie betrifft, eine herausragende Bedeutung ein. Als einzige bisher bekannte Stadt pragte sie fiir samt- liche Mitglieder der Konigsfamilie, einschliefslich des letzten Thronfolgers Philopappos, eine voll- standige dynastische Miinzserie: 1.Antiochos IV. AE 23 t 8,43g; Slg. W.E., Berlin (Abb.4). Vs. Drap. Biiste des Antiochos IV. mit Diadem n.r., BACIAEYC MErAC ANTIOXOC. Rs. Apollon mit langem Haar, in kurzem Chiton, mit Chlamys und Stiefeln frontal stehend. In seiner Linken ein Szepter, in der ausgestreck- ten Rechten eine Phiale, zu seinen Ftilsen fron- tal stehender Adler mit geoffneten Schwin- gen8', CEAINOYCIWN. 2. Kallinikos und Epiphanes AE 23 t 8,60g; Slg. W.E., Berlin (Abb.5). Vs. Drap. Biiste des Kallinikos mit Diadem n.r., BACIAEYC MErAC KAAAINIKOC. Rs. Drap. Biiste des Epiphanes mit Diadem n.r., BACIAEYC MErAC EIIKDANHC CEAP'. 3. Iotape AE 17 t 3,69g; Slg. d. Autorin, Berlin (Abb.6). Vs. Drap. Biiste der Iotape mit Diadem n.r., IWTAI1H BACIAICCA. Rs. Artemis im langen Chiton n.r. stehend, in ih- rer Linken Bogen haltend, mit ihrer Rechten einen Pfeil aus ihrem Kocher ziehend, r. zu ihren Fiifsen Hirschprotome, CEAINOYCIWN. 4. Philopappos AE 14 t l,71g; Slg. d. Autorin, Berlin (Abb.7). Vs. Drap. jugendliche Biiste des Philopappos mit Diadem n.r., OIAOnAnnOfC]. Rs. Behelmter Kopf der Athena n.r., CEAINOYCI [WN], Durch den folgenden Hinweis lafst sich diese auch stilistisch einheitliche Sonderpragung genau da- tieren: Sie entstand 72 n.Chr.10). Wahrend Epiphanes und Kallinikos in der Reichs- pragung und in der Stammespragung von Laka- natis und Lykaonien lediglich als BACIAEQC YIOI, Sohne des Konigs, bezeichnet werden, tra- gen sie auf den Miinzen von Selinus den Titel von GroEkonigen und werden - auch dies eine Aus- nahme - in Grolsbtisten dargestellt. Was sich im Jahre 72 n.Chr. in den romischen Ostprovinzen ereignete, wird am ausfiihrlichsten 8) laut LIMC = Lexicon Iconographicum Mythologiae Classicae, Zurich u. Miinchen 1984,11,1, S.238, Nr.421 handelt es sich bei dem Beivogel um einen Raben. Die Deutung des Vogels als Rabe ist jedoch m.E. nicht sicher. Die Tatsache, dafs der Gott mit einem Szepter dargestellt ist, deutet u.a. darauf hin, den Vogel als typischen Adler mit geoffneten Schwingen zu interpretieren, vgl. auch die Darstellungsform dieses tiber lange Zeit unveranderten Riickseitentyps in ; Levante, Selinus- Corpus Nr. 52 u. 72. Zweifels- ohne handelte es sich um ein wichtiges Gotterbildnis der Stadt. 9) Im Gegensatz zu Babelon, S.222, BMC 20, S.xlvii und Levante, S.229 bezeichne ich die Munzseite des Kallinikos als Revers so- wohl auf Grand des Pragestattenzeichens CEAI als auch der fiir den Ruckseitenstempel typischen leicht konkaven Wolbung. 10) Die Datierung der Selinus-Pragung fiir Epiphanes und Kallinikos mit Konigstiteln auf das Jahr 72 n.Chr. wird iibereinstimmend bei Wroth, Babelon und D.Magie, Roman Rule in Asia Minor, Princeton 1950, S.1434, Anm.19, angenommen. 71 bei Flavius Josephus10 beschrieben. Im Fall von Kommagene unternahm die Konigsfamilie einen letzten, aber vergeblichen Versuch, ihr Reich vor dem endgiiltigen Zugriff der Romer zu bewahren. Sicheriich lieE Kaiser Vespasian nicht zufallig nach Ablauf der dreifsigjahrigen Herrschaftszusiche- rung seinen syrischen Statthalter in Kommagene einmaschieren. Man warf der Konigsfamilie fak- tisch Hochverrat gegen die Romer vor. Die Resi- denz Samosata wurde eingenommen, nachdem Antiochos mit Frau und Kindern aus der Stadt geflohen war. Wahrend der Konig selbst nicht gewillt war, sich gegen die anriickenden romischen Truppen zu stellen, waren seine Sohne zum Widerstand ent- schlossen, sammelten Truppen und lieferten den Rdmern ein offenbar erfolgreiches Gefecht. Zu diesem Zeitpunkt spatestens diirften wohl Epipha- nes und Kallinikos die vollen Regentschaftstitel von GroiSkonigen angenommen hab'en und da- mit riickte Philopappos, der Sohn des Epiphanes - wahrscheinlich noch im Knabenalter - zum Thronfolger auf. Wie Flavius Josephus weiter schreibt, sei An- tiochos trotz des anfanglich erfolgreichen milita- rischen Widerstandes seiner Sohne mit Frau und Tochtern Richtung Kilikien geflohen. Ganz offen- sichtlich versuchte er sich und seine restliche Fa- milie in die vom Stammland abgetrennte Enklave in Sicherheit zu bringen. Er selbst ist jedoch nicht mehr in das »Rauhe Kilikien« gelangt, sondern laut Josephus in Tarsos, also noch auf romischem Pro- vinzialgebiet, gefangengenommen worden. Epi- phanes sei indessen, nachdem ihm seine Truppen auf Grund der Flucht des Vaters desertierten, mit nur zehn Gefolgsleuten iiber den Euphrat zu den Parthern geflohen. Die Darstellung dieser in einer Inschrift sogar "Bellum Commagenicum«12) genannten Ereignis- se ist bei Josephus mit Sicherheit proromisch ge- farbt und wahrscheinlich auch dadurch in bezug auf das Verhalten der einzelnen Familienmitglie- der des kommagenischen Konigshauses nicht logisch und ohne weiteres nachvollziehbar13'. Nicht nur bei der Flucht zu den Parthern, sondern auch im Zusammenhang mit dem folgenden Ka- pitulationsschreiben an Vespasian nennt Josephus neben Epiphanes nicht ausdriicklich auch dessen Bruder Kallinikos. Vollkommen unerwahnt bleibt das weitere Schicksal der Iotape und der Tochter des Antiochos, die mit Sicherheit den Thronfol- ger Philopappos in ihrer Obhut hatten. Haben sie das »Rauhe Kilikien« noch erreicht, haben sie vielleicht zwischenzeitlich sogar in Se- linus residiert? Zumindest ist meines Erachtens eines sicher, date die Stadt mit der Emission dieser aufSergewohnlichen Miinzserie - wahrscheinlich ihrer allerersten Pragetatigkeit uberhaupt - im kommagenischen Krieg sich klar als konigstreu zu erkennen gab und mit der besonderen Pragung fur den Konigsenkel und kiinftigen Thronfolger Philopappos den Fortbestand der kommageni- schen Dynastie wiinschte und propagierte. Mit ihren gewichtsmaSig klar voneinander ab- gegrenzten Nominalen macht diese Miinzserie die Abfolge des Regentschaftsanspruchs der einzel- nen Familienmitglieder zum Zeitpunkt des Krie- ges deutlich. Im Unterschied zur oben erwahnten Pragung als Konigssohne werden in Selinus die Miinzen fur Epiphanes und Kallinikos mit glei- chem Titel und im gleichen Gewicht wie die fur Antiochos IV. gepragt, (insgesamt 7 Miinzen im Selinus-Corpus von Levante mit dem Durch- schnittsgewicht von 8,8 g). Wahrend die Miinzen fur Konigin Iotape sowohl in der Reichspragung wie auch in der tibrigen Stadte- und Stammespra- gung generell im gleichen Gewicht wie fur ihren Mann ausgegeben wurden, sollten die Miinzen aus Selinus fur Iotape - auch dies eine Neuerung - offenbar als Halbnominal zu den Gepragen fur die drei Hauptregenten erscheinen, (insgesamt 11 Miinzen im Selinus-Corpus mit dem Durch- schnittsgewicht von 4,5 g). Die einzige bisher bekannte Miinze des Philopappos wiederum - im Erscheinungsbild einer romischen Casarenpra- gung ohne Titelnennung - scheint das Halbnomi- nal zur lotapepragung zu sein, (1,7 g). Auffallend an dieser Miinzserie, die erst durch neuere Funde seit 1980 entscheidende Erganzungen erfuhr, ist, date die Pragetatigkeit fur Iotape in Selinus an- scheinend umfangreicher als fur die restlichen Familienmitglieder war. Der Verlust der Herrschaft iiber Kommagene kam fur die Konigsfamilie nicht einer volligen 11) Flavius Josephus, De Bellojudaico VII 219-243- 12) C.I.L. Ill 14387. 13) so O. Michel u. O. Bauernfeind in ihrer zweisprachigen Ausgabe von Flavius Josephus, De Bellojudaico, Der Jiidische Krieg, griech. u. deutsch, Munchen 19622, Anm. 115-125 u. Anm. 112, S.2601T. 72 Enteignung und Verarmung gleich. Generos ge- wahrte Vespasian den Konigssohnen Straffreiheit und lieis Antiochos so hohe Einkunfte zukommen, dal? dieser laut Josephus nicht nur einen sorglo- sen, sondern sogar koniglichen Haushalt fiihren konnte, sodal? die wieder vereinte Familie in der Lage war, sich mit den ihr gebiihrenden Ehren in Rom niederzulassen. Die Familie besafs bereits das romische Burgerrecht und diirfte in der romischen Oberschicht recht einfluisreich geworden sein. Dafiir spricht, da£ Philopappos Mitglied einer Prie- sterschaft in Rom, der Arvales fratres, wurde, in die nur jeweils zwolf Manner des Hochadels aufgenom- men wurden, unter ihnen der Kaiser selbst1*. Er war gut befreundet mit Plutarch, der ihm eine sei- ner Schriften widmete: »Wie man einen Schmeich- ler von einem Freund unterscheidet«15) und als Biir- germeister von Athen ebenfalls Mitglied der pro- vinzialen Oberschicht Griechenlands. 109 n.Chr. wurde Philopappos unter Kaiser Trajan mit dem Ehrenamt des consul suffectus ausgezeichnet16'. Wahrend des Ostfeldzugs Kai- ser Trajans zwischen 114 und 116 n.Chr. verewig- te er sich in Athen mit dem Bau seines Grabmals, das mit der Aufzahlung seiner wichtigsten konig- lichen Ahnen auch ein Denkmal fur seine Familie darstellt17'. Sein genaues Todesdatum ist nicht be- kannt. Sein Kaiser und Gonner Trajan aber starb 117 n.Chr., todkrank seine neueroberten Provin- zen im Osten des Reiches vorzeitig verlassend, auf der Heimfahrt nach Rom in einem kleinen Ort an der Kiiste des -Rauhen Kilikiens«: Selinus18'. 14) Kleiner, S.ll u. Anm. 17. 15) Plutarch, Quaest. conv. 628a; Quom. adul. ab amico intemosc. 27, 52; 32; 59; 76. 16) Fasti Ost. n. 13,1,198/99. 17) Die Errichtung des Grabmals kann genau durch Trajans dort erwahnte Ehrentitel datiert werden. Die Wahl des exponierten Plat- zes hierfur sowie die sitzenden Statuen von Philopappos und seiner Ahnen sind nach Kleiner, S.98, ohne Zweifel vom Grabmal auf dem Nemrud Dag inspiriert. 18) Cassius Dio LXVHI,33. Spekulationen sind reizvoll, warum Kaiser Trajan gerade in Selinus starb. BesaS der kommagenische Prinz dort noch Privatbesitz, etwa eine Villa? Hatte man in der Umgebung Trajans ein Interesse daran, als sich der Zustand des Kaisers dramatisch verschlechterte, die Thronfolge zum Vorteil Hadrians in aller Ruhe an einem ungestorten Ort zu regeln, statt in einer der grofSeren Hafenstadte wie Side oder Seleukeia am Kalykadnos an Land zu gehen? Immerhin bestand auch zum Nachfolger Trajans Kaiser Hadrian eine enge Verbindung der kommagenischen Konigsfamilie: Philopappos' Schwester Iulia Balbilla beglet- tete den Kaiser auf seiner Agyptenreise, s. Sullivan, ANRW, S.796; zur Verzogerung der Bekanntgabe von Trajans Tod s. auch Magie, S.1467, Anm. 39. 73
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