Zwei sizilische Bleimünzen in Münster more

Published in: Boreas 23-24 (2000-2001), pp. 195-205, pl. 16.

BOREAS MUNSTERSCHE BEITRAGE ZUR ARCHAOLOGIE Begrundet von Werner Fuchs Herausgegeben von Hugo Brandenburg, Dieter Korol, Dieter Salzmann, Klaus Stahler, Hans Wiegartz Redaktion: Michael Kerschner und Florian Knaufi Band 23/24 Munster 2000/2001 Wolfgang Fischer-Bossert Zwei sizilische Bleimiinzen in Munster1 Das Archaologische Museum der Universitat Munster erhielt im Jahr 1999 aus privatem Besitz zwei Bleimiinzen geschenkt, die in den 60er Jahren auf Sizilien angekauft wurden: 1. „ Naxos " (Taf. 16, 1-2) Pb Av.: Biiste des Helios en face mit siebenstrahliger Aureole. Das Gewand ist am Halsausschnitt mit einer doppelt, an den Aufiensaumen mit einer einfach gepunkteten Borte versehen. Augen und Mund weit geoffnet. Rv.: Nackter, ityphallischer Satyr, der mit gespreizten Beinen am Boden hockt, von vome. Er wendet den Kopf n. 1. einem Kantharos zu, den er mit der rechten Hand an die Lippen hebt. Mit dem linken Arm, der hinter dem linken Bein verschwindet, stiitzt er sich am Boden ab. ImFeld, dem Munzrund folgend, N-A[XI-ON]. Inv. M 2906 (17,16 g. | Dicke 5,6 mm). Auf beiden Seiten stark versintert; auf der Riickseite sind die Details unkenntlich. 2.Akragas(Taf. 16, 3-4) Pb Av.: Adler mit schlagenden FlUgeln nach rechts, auf einem riicklings auf einer Felsbank liegenden Hasen sitzend. Der Adler neigt den Kopf hinab, um zu kropfen. Im Feld AK-PA. Rv.: Krabbe nach oben, darunter Garnele nach links. Im Feld sechs Wertkugeln. Inv. M 2907 (17,19 g. I Dicke 4,0 mm). Auf dem Avers unten langer Ri6 im Flan. Auf dem Revers eine Wertkugel aufierhalb des Flans; links im Feld Bohrloch. Das erste Stuck erweckt kein Vertrauen. Die Riickseite wiederholt das Munzbild eines beriihmten fruhklassischen Silbertetradrachmon der sizilischen Stadt Naxos, ohne jedoch mit dem entsprechenden Stempel identisch zu sein2. Abweichungen sind erkennbar am Fuft des Kantharos, der bei der Bleimiinze voluminoser ist, und dem ersten Buchstaben des Ethnikon rechts iiber dem Kantharos. Die Vorderseite wirkt noch fragwiirdiger. Ahnliche Heliosbiisten sind auf Gemmen und Lampen belegt3, nicht hingegen in der Munzglyptik4; fur das auffallig verzierte Gewand laBt sich iiberhaupt kein Vergleich anflihren5. Eine entferate Ahnlichkeit besteht mit der Demeter auf hellenistischen Bronzemiinzen von Leontinor", die ein 1 Fur die Publikationserlaubnis habe ich D. Salzmann, fur Informationen H. A. Cahn, B. C. Demetriadi, K. Fittschen, E. Tzourti, H. Voegtli und U. Westermark zu danken. - AuBer den Abkiirzungen des Deutschen Archaologischen Institutes werden folgende Siglen verwendet: IGCH M. Thompson - C. Kraay - O. Merkholm, An Inventory of Greek Coin Hoards (1973) [nach Nummern zitierfj. JIAN Journal International de Archeologie Numismatique. Boston II M. Comstock - C. C. Vermeule, Greek Coins 1950 to 1963, Kat. Boston (1964). 2 H. A. Cahn, Die Mtinzen der sizilischen Stadt Naxos (1944) 114 Nr. 54 Taf. 12. 3 LIMCIV (1988) 592 ff. s. v. "Helios/Sol" (C. Letta) mit Lit. 4 Einen Uberblick gibt O. Bernhard, SchwNumRu 25,1933,245 ff. 5 Auch unter den Herrscherdarstellungen nicht, vgl. zuletzt M. Bergmann, Die Strahlen der Herrscher (1998) Taf. 1, 4. 38, 4 (Nero). 52, 6 (Caracalla). 6 R. Calciati, Corpus Nummorum Siculorum III (1987) 80 f. mit zu tiefem Datum ("under Roman rule"), vgl. Bank Leu Zurich, Auktion 6, 8. Mai 1973, Nr. 148; SNG American Numismatic Society 4 (1977) Nr. 275-276; Numismatica Ars Classica 195 Wolfgang Fischer-Bossert sizilischer Falscher bequem als Vorlage hatte heranziehen konnen. In diese Richtung weist der Umstand, daft der ikonographische Typus der Heliosbiiste um Jahrhunderte jiinger ist als das auf der Riickseite zitierte Bild des naxischen Satyrn. Neben dem groben, verquollenen Stil der Vorderseite erweist vor allem dieser Anachronismus das Stiick als moderne Falschung. Das zweite Stiick diirfte dagegen antik sein. Es wurde aus Stempeln gepragt, die in einer Serie bronzener Hemilitrai von Akragas mehrfach belegt sind, wenn auch bisher nicht in diessr spezifischen Koppelung7. Es scheint sich mithin um ein regulares Erzeugnis der Offizin von Akragas zu handeln. Da das ungewohnliche Metall bezweifeln laBt, daB ein Kaufmann das Stiick widerspruchslos als Hemilitron akzeptiert hatte, stellt sich die Fragenach der Funktion, die solche Bleimiinzen erfullt haben. Blei vereinigt eine Reihe von Eigenschaften, die es als Miinzmetall relativ ungeeignet erscheinen lassen. Es ist ein schweres und zugleich sehr weiches Metall, das an seiner Oberflache eine sprode Ox>dschicht ausbildet und auf den menschlichen Organismus eine toxische Wirkung ausiibt, die spatestens seit der friihen Kaiserzeit bekannt war8. Da Blei dennoch als Material fur Jetons, Kultplaketten, Ver- schluBplomben und Siegelbullen breite Verwendung fancf, mufi vordringlich sein geringer Wert eine Ausmiinzung verhindert haben. Indes ist die Zahl der antiken Bleigegenstande, die eine Pragung mit offiziellen Miinzstempeln aufweisen, nicht gering10. Einige davon lassen sich aufgrund Hirer technischen Charakteristika als Probeabgchlage erweisen. Es handelt sich um rechteckige oder quadratische Bleiplatten, die zumeist nur auf einer Seite den Abdruck eines Munzstempels tragen. Folgende Exemplare sind in Abbildung bekannt: Aus dem spaten 6. Jahr- hundert die Abschlage eines Staters von Lindos11; aus dem 5. Jahrhundert die Abschlage eines Okto- drachmon von Abdera12, eines Tetradrachmon von Gela13, eines Dekadrachmon von Athen14, eines Staters Zurich, Auktion C, 11. Marz 1993, Nr. 1214; SNG England 10, The John Morcom Collection (1995) Nr. 607. 7 U. Westermark in: AnnlstltNum 25 Suppl. (1979) 3-15 Taf. 2, 3; R. Calciati, Corpus Nummorum Siculorum I (1983) 165 ff. Die Stempel sind durch zwei Exemplare in Berlin nachgewiesen: Avers Slg. Rauch (12,25 g) und Revers Slg. Fox (21,14 g); den Hinweis auf diese Koppelungen verdanke ich U. Westermark. Der Datierungsspielraum ist eng: Die Zerstorung von Akragas 406 v. Chr. bildet die untere Grenze, nach oben sind hochstens 20 Jahre zu veranschlagen. 8 Vitr. VIII 6, 10-11; Plin. NH 34, 176. Die alte Hypothese, die bleiernen Wasserleitungen seien fur Sterilitat und bizarres Verhalten in der romischen Oberschicht vcrantwortlich, wurde von A. T. Hodge, AJA 85, 1981, 486-491 widerlegt; vgl. ferner J. O. Nriagu, Lead and Lead Poisoning in Antiquity (1983); L. & D. Needleman, EchosCl 4, 1985, 63-94. Der erst jiingst auf Bleivergiftung zuruckgefuhrte Untergang einer englischen Expeditionsflotte im Jahr 1848 zeigt, daB die Hypothese keineswegs lachhaft war: O. Beattie - J. Geiger, Frozen in Time: That Fate of the Franklin Expedition (1987). 9 M. Rostovzeff - M. Prou, Catalogue des plombs de l'antiquite, du moyen age ct des temps modernes conservees a la Bibliotheque Nationale (1900); M. Rostovzeff, Tesserae plumbeae Urbis Romae et Suburbi (1903); M. Rostovzeff, Romische Bleitesserae, Klio Beih. 3 (1905); H. Ingholt et al., Recueil des tesseres de Palmyre (1955); M. Crosby, Lead and Clay Tokens, Agora X (1964) 76 ff.; E. L. Ochsenschlager in: Sirmium II (1971) 51-66 (Kultplaketten); G. Zacos - A. Veglery, Byzantine Lead Seals I. II (1972. 1984); M. Mitchiner, NumChron 144, 1984, 109-111; R. Turcan, Nigra moneta, Kat. Lyon (1987); Sternberg, Zurich, Auktion 23, 20. Nov. 1989, Nr. 307-319 (Kultplaketten, davon Nr. 318 mit Stempeln gepragt); M. Overbeck, Romische Bleimarken, Kat. Munchen (1995); I. Koltsida-Makri, Byzantina Molybdovoulla. Sylloge Orphanidi- Nikolaidi, Kat. Athen (1996). Ferner W. W. Krysko, Lead in History and Art (1979). 10 Grundsatzliches findet man bei F. Lenormant, La monnaie dans l'antiquit6 I (1878) 208-211; J. Babelon, Traite des monnaics grecques et romaines I (1901) 371-374; J. G. Milne, NumChron 1945, 134-136; R. Gobi, Antike Numismatik I (1978) 37; A. Siciliano, RItNum 95,1993, 145-163. 11 Einseitig. J. Hirsch, Munchen, Auktion 24, 10. Mai 1909, Nr. 3449 = J. H. Hoffmann, Paris, 1888, Nr. 526 [non vidi]; H. A. Cahn in: Charites. Festschrift E. Langlotz (1957) 26. Neuerdings ist auch ein doppelseitiger Abschlag bekannt: H. Lanz, Munchen, Auktion 66, 22. Nov. 1993, Nr. 277. 12 Einseitig. C. Vermeule, SchwMiiBl 8, Marz 1958, 15; Boston II 19 Nr. 58. Ahnlich, aber nicht identisch mit dem Stempeln 196 Zwei sizilische Bleimunzen in Munster von Thasos15, eines Dekadrachmon von Akragas16 und eines euainetischen Dekadrachmon von Syrakus17; aus dem 4. Jahrhundert zwei Abschlage pseudoathenischer Kleinsilbermunzen18, der Abschlag einer Munze von Tanagra19 und der Abschlag eines Tetradrachmon Alexanders des GroBen20; aus dem 2. Jahrhundert der Abschlag eines Tetradrachmon Antiochos' VIII.21; aus romischer Zeit der Abschlag eines Medaillons des Commodus22. Zwei Abschlage nach Stateren von Magnesia am Maander23 und drei bleierne Medaillons des Marc Aurel und des Lucius Verus24 sind als moderne Falschungen auszuscheiden, und bei anderen, bisher unpublizierten Stucken bleibt vorerst unklar, ob sie hinsichtlich ihrer auGeren Form den erwahnten Stucken anzuschliefien sind25. Bei den miinzahnlichen Abschlagen werden die Grenzen zur Bleimunze rasch fliefiend; nur die einseitig gepragten Stucke sind scher als Probeabschlage zu bezeichnen2 . A39 - A43 bei J. M. F. May, The Coinage of Abdera (1966) 79 f. Der Schweif des Greifen ist weiter ausholend geschwungen, die Fliigel sind schmaler. Auch keiner der in den Horten von Asyut (IGCH 1644) und Elmah (Coin Hoards 8, 1994, 6 f. Nr. 48) belegten neuen Stempel ist damit identisch. 13 Einseitig. Auctiones S.A. Basel, Auktion 17, 7.-8. Juni 1988, Nr. 326; vgl. G. K. Jenkins, The Coinage of Gela, AMuGS 2 (1970) 199 Nr. 101-103 Taf. 6. 14 Einseitig, angeblich auf der athenischen Akropolis gefunden. Boston II28 Nr. 98; es soil sich um den Stempel O 47 bei Ch. G. Starr, Athenian Coinage 480-449 B.C. (1970) 33, handeln. 15 Doppelseitig. E. von Mercklin, AA 1928,470 f. Abb. 182. 16 Einseitig. D. Klose, MiiJb 44, 1993, 215 Nr. 17 = Auctiones S.A. Basel, Auktion 17, 7.-8. Juni 1988, Nr. 325. Der Abschlag soil von dem Stempel F bei C. Seltman, NumChron 1948, 3 Nr. 7-8, herriihren. - Ein weiterer einseitiger Stempelabschlag aus Akragas, allerdings aus Bronze, ist das Stuck Ars Classica, Genf, Auktion 17, 3. Okt. 1934, Nr. 122 = J. Malter, Encino, Collector's Journal of Ancient Art 7,3-4, Spring 1993, Nr. 5 = J. Malter, Encino, Auktion 57, 9. April 1994, Nr. 68. 17 Einseitig. H. A. Cahn in: Boston II 75 (ehemals Slg. Jorgos Empedokles, nachweislich nicht im Numismatischen Museum von Athen). Wie mir H. A. Cahn brieflich mitteilt, handelte es sich um einen eckigen Abschlag. 18 Einseitig, aus dem Fund von Sakha (IGCH 1639). H. Dressel, ZfNum 22,1900,250 f. 19 Doppelseitig. J. Hirsch, Munchen, Auktion 33, 17. Nov. 1913, Nr. 707. Echtheit von K. Regling angezweifelt: von Mercklin a. 0.471. * 1% ■ lOl<ui, "/2u- Gpio** ~i^Mnz4 ( Letdtcit, J^H) 2SV>t. QM^. 20 Einseitig. H. Kuthmann, MiiJb 32, 1981, 209 Nr. 10. 21 Einseitig. A. Houghton, AmJNum 9, 1997,5 Nr. 5 Taf. 1. 22 Doppelseitig. F. Gnecchi, I Medaglioni Romani II (1912) 63 Nr. 106 (gefunden in Nami); M. R. Kaiser-RaiB, Die stadt- romische Munzpragung wahrend der Alleinherrschaft des Commodus (1980) 72 f. Nr. 17. 23 L. Naville & Cie. Genf, Auktion 5, 18. Juni 1923, Nr. 2561 (die falsch wiedergegebene Signatur berichtigte von Mercklin a. O. 470); Ph. Kinns in: G. Le Rider et al. (Hrsg.), Kraay - Morkholm Essays (1989) 140 Taf. 40 F (Exemplar London). 24 Einseitig. Miinzhandlung Basel, Auktion 3, 4. Marz 1935, Nr. 555. Einseitig, Bologna: Gnecchi a. O. 44 Nr. 9. Doppelseitig, Berlin: H. Dressel - K. Regling, Die romischen Medaillone (1973) 445 f. Nr. 47l Die ersten beiden Stucke ohne Inschrift. Es ist ^ fff&fycj' eigenartig genug, daB Lucius Verus im adulten Haupttypus, Marc Aurel hingegen im jugendlichen 2. Typus (mit Bart: 152- (^u'°u'\ V 2> 160) erscheint; vgl. zu Marc Aurel K. Fittschen, Prinzenbildnisse antoninischer Zeit (1999) 25 f., zu Lucius Verus J. Fejfer, Ostraka 7, 1998, 47 f. Ein motivisch ahnlicher Sardonyxkameo in Paris (W.-R. Megow, Kameen von Augustus bis Alexander Severus, AMuGS 11 [1987] 236 Nr. A 133 Taf. 46, 1) gibt den Senior Augustus alter wieder, vgl. ein Medaillon des Marc Aurel und seines Sohnes Commodus: J. Toynbee, Roman Medaillons (1944) 134 Taf. 22, 2. Die Angabe "this piece [Miinzhandlung Basel etc.] has been known since the seventeenth century, for it appears in a Dal Pozzo - Albani drawing at Windsor Castle" (Boston II75) ware zu uberpriifen; Dressel hatte das Berliner Exemplar ins 16. Jh. datiert. 25 Vgl. die Liste in: Boston II 75. Ferner wurde mir vom Abschlag eines Kyzikener Staters berichtet (Privatbesitz). 26 Munchen, Antikensammlung Inv. BR. 3402/W 527 (Philipp V.), vielleicht identisch mit E. Pemice, AA 1904, 45 Nr. 14. Auctiones S.A. Basel, Auktion 17, 7.-8. Juni 1988, Nr. 328 (Katane). 330 (Syrakus). 331 (Kroton?). Houghton a. O. 2 Nr. 1 Taf. 1 (Antiochos II.). Zu Lindos vgl. o. Anm. 11. - Bleigewichte konnen mitunter schwer von Stempelabschlagen zu unterscheiden sein, sind aber zumeist schwerer und tragen keine bekannten Miinzstempelabdrucke. Als Beispiel nenne ich das byzantinische Gewicht Miinzzentrum Koln, Auktion 86, 11.-13. Sept. 1996, Nr. 502. 197 Wolfgang Fischer-Bossert Ein detaillierter Vergleich mit den von demselben Stempel herriihrenden Miinzen wurde zeigen, ob man die Proben kontinuierlich iiber die gesamte Verwendungsdauer eines Stempels oder lediglich vor seiner Ingebrauchnahme abnahm. Ersteres wiirde bestatigen, daB sie der technischen Kontrolle dienten, letzteres hingegen bedeuten, daB es sich um Vorlegestiicke der Graveure handelt. Es fallt auf, daB Abschlage dreier Dekadrachmen erhalten sind und der athenische Abschlag auf der Akropolis Athens gefunden worden sein soil (ein Votiv?). Ahnlich wie bei einigen Miinzabdrucken in Ton27 deutet sich hier ein privater Gebrauch an. Ungleich schwerer als die offenkundigen Probeabschlage sind die doppelseitigen Bleigeprage zu beur- teilen, die sich auBerlich nur durch das verwendete Metall von gewohnten Miinzen unterscheiden. Hier steht die gesamte Skala monetarer und nonmonetarer Verwendungen zur Debatte; prufen wir die Vor- schlage einzeln nacheinander. Bleimunzen sind bisher weder in Grabern28 noch in Griindungsdepots29, noch auch in Heiligtumern30 angetroffen worden. Der Vorschlag, sie seien in religiosem Zusammenhang als Substitute-in Form von Charonspfennigen oder Votivgaben - verwendet worden31, ist daher von der Hand zu weisen. Auch die Annahme, daB es sich bei antiken Bleimunzen fallweise um zeitgenossische Falschungen handelt, wirkt recht unwahrscheinlich. Die bei den subaraten Falsa zur Genuge bekannten Typen- mischungen sind zwar auch unter den BleimUnzen belegt - zu nennen sind zwei Hybride von Tarent und Poseidonia32 bzw. von Kroton und Pandosia33 - und mehrere bleierne Didrachmen von Velia sind moglicherweise mit den Stempeln eines Falschers gepragt34. Aber gerade diese Stiicke konnten den Nachweis erbringen, daB auch Bleimunzen mitunter als Probeabschlage zu interpretieren sind: eben weil sie weder offizielle Zahlungsmittel noch Falsa sein konnen. Grundsatzlich ist es in dieser Frage ohne Belang, ob die Bleimunzen mit Stempeln gepragt wurden, die 27 Abdruck einer Dareike auf einer Tontafel in Persepolis aus dem 22. Jahr des Dareios I.: R. T. Hallock, Persepolis Fortification Tablets, OIP 92 (1969) 419. Sammlung von Mtinz- und Gemmenabformungen in einem Grab in Ur: L. Legrain, Seal Cylinders, Ur Excavations 10 (1951) 47-53 Nr. 701-841, u. a. zwei Abdrucke eines athenischen Tetradrachmon: a. O. Nr. 722. 821; E. Porada, Iraq 22, 1960, 228-234; E. G. Starr, NumChron 1976, 219-222; Ch. Starr, NumChron 142, 1982, 131 Anm. 21; M. C. Root, NumChron 148, 1988, 1-12. Vgl. ferner den getriebenen Abdruck eines Tetradrachmon von Selinunt auf einem Bronzegurtel: W. Fuchs, NumAntCl 17,1988, 81-84. 28 Charonspfennige sind in der Regel bis zur Unkenntlichkeit abgegriffene Miinzen kleinen und kleinsten Nominals. Goldene Charonspfennige sind in der Regel keine offiziellen Geprage: Classical Numismatic Group, Lancaster, Auktion 20, 25. Marz 1992, Nr. 216; Sotheby's London, Auktion 10. Mai 1978, Nr. 112 (Sikyon); K. Rhomiopoulou, RevNum 154, 1999, 57-62 (Akanthos). Zu Miinzen in Grabern zuletzt G. Bergonzi - P. Piana Agostinetti, ScAnt 1, 1987, 161-223; K. Grinder-Hansen, ActaHyp 3, 1991, 207-218; S. T. Stevens, Phoenix 45, 1991, 215-229; R. Cantilena (Hrsg.), Caronte. Un obolo per l'aldila, PP 50, 1995; D. Graepler, Tonfiguren im Grab (1997) 143 ff; M. R.-Alfdldi - K. Stribny in: M. Muller-Wille, AbhMainz 1998, 1, 37-45; O. F. Dubuis - S. Frey-Kupper - G. Perret (Hrsg.), Trouvailles monetaires de tombes, Kolloquium Neuchatcl 1995 (1999). Ferner G. Hempel - B. Mattioli in: E. Lippolis, Catalogo del Museo Nazionale Archeologico di Taranto III 1 (1994) 354-390; P. Tsekelas, NumChron 156, 1996, 249-259. 29 Zu Miinzen in Bauopfern M. Donderer, BJb 184, 1984, 177-188. 30 Locus Classicus ist Bath: B. Cunliffe - R. Tomlin - D. Walker, The Temple of Sulis Minerva at Bath II: Finds from the Sacred Spring (1988). Die Tradition reicht zu den Weihungen von aes rude in romischen Quellheiligtiimern zuriick: Th. Mommsen, Geschichte des romischen Miinzwesens (1860) 170; G. Kurz, Keltische Hort- und Gewasserfunde in Mitteleuropa (1995) 100 f. AuBerdem ist an die Votivdepots in Ephesos (IGCH 1153) und Isthmia (IGCH 11) zu erinnern. 3lA. Siciliano, RItNum 95, 1993, 151, erwog eine derartige Verwendung. 32 O. Ravel, Descriptive Catalogue of the Collection of Tarentine Coins Formed by M. P. Vlasto (1947) 185 Nr. 1861. 33 p. Bicknell, Journal of the Numismatic Association of Australia 4, 1988,22-25. 34 R. R. Holloway in: M. Gualtieri - H. Fraccio, Roccagloriosa I (1990) 310-313; ein ahnliches Stuck, angeblich aus Zinn, bei R. Turcan, Nigra moneta, Kat. Lyon (1987) 176 Nr. 864. Typenidentische Subarata: R. T. Williams, The Silver Coinage of Velia (1992) 133 Nr. 584. 198 Zwei sizilische BleimUnzen in Miinster auch in der offiziellen Pragung nachgewiesen sind. Wir kennen subarate Falsa, die mit vollgUltigen StUcken verkoppelt sind35, und konnen folgern, daB offizielle Stempel gelegentlich entwendet und fur Falschungen miBbraucht wurden36. Entscheidend ist vielmehr der Umstand, da/3 Blei sich von den edleren Metallen leicht unterscheiden laBt, selbst von patiniertem Silber. Niemand laBt sich von einer Bleimiinze ohne Uberzug tauschen. Die erhaltenen BleimUnzen sind jedoch ausnahmslos scharf gepragt und konnen keine Hiille aus anderem Metall getragen haben, wenn man nach der Analogie subarater Falsa urteilen darf, deren Bronzekerne keine scharfe Reliefpragung aurweisen. Selbst subplumbate Falsa sind mit einer Ausnahme bisher nicht bekannt geworden37. Einem Bericht des Herodot zufolge lieB Polykrates, als er von den Spartanern mit Krieg und Belagerung Uberzogen wurde, on vergoldete BleimUnzen herstellen, mit denen er seine Gegner befriedigte und zugleich betrog (524 v. Chr.). Obwohl Herodot der Geschichte selbst keinen Glauben schenkte, gilt sie heute aufgrund einiger mf Samos selbst gefundener BleimUnzen als bestatigt39. Deren Echtheit bliebe freilich zu sichern40. Diese BleimUnzen tragen mehrere Bildmotive, die allesamt jeden Bezug zur gleichzeitigen samischen Silberpragung vermissen lassen, und sind in Form und Gewicht mehr dem Vorbild spatarchaischer Elektronpragungen verpflichtet41. Von einem GoldUberzug fehlt jede Spur, und es erscheint schwer moglich, ihn anzubringen, ohne das Relief und damit den gewtinschten Effekt zu zerstoren42. Herodots Uberlieferung ist durch diesen Vorbehalt nicht diskreditiert, so skeptisch er selbst ihr gegenUbertraf3. Tatsachlich konnte die Gruppe der wie MUnzen durch Pragung hergestellten ionischen Bleischeibenanhanger die ungewohnliche Materialwahl gefordert haben; ein samisches Exemplar istdurch den Fundzusammenhang in das fragliche Jahrzehnt 530/20 datierf44. BleimUnzen im Typus einer Bronzepragung werden auch aus okonomischen GrUnden schwerlich Fal- schungen sein. Wie eine Kalkulation anhand des Exemplares von Akragas zeigt, zeichnet sich ckfur kein 35 \v. Fischer-Bossert, Chronologie der Didrachmenpragung von Tarent, AMuGS 14 (1999) 382 mit Anm. 2. 36 Dagegen laBt ein einzelner barbarisierter Stempel in der Pragereihe nicht auf Entwendung des anderen Stempels schlieBen, solange es sich nicht um ein Subaeratum, sondern hochstens um einen Beischlag handelt, vgl. einen Alexandreier von Mesembria: Auctiones SA. Basel, Auktion 10, 12. Juni 1979, Nr. 38. 37 Ein postumer Lysimacheier von Byzantion in Tubingen (SNG Tubingen 1 [1981] Nr. 205) besteht aus silberplattiertem Blei und scheint ein Falsum zu sein - vermutlich ein modernes, vgl. P. R. Franke, HambBeitrNum 33-35, 1979-81, 309. -Subferrate Falsa rcimischer Zeit behandelt V. Zedelius, RItNum 90, 1988, 125-130. 38 Hdt. Ill 56, 2. Zur historischen Situation P. Cartledge, C1Q 32, 1982, 256 ff.; B. M. Mitchell, JHS 95,1975,78. 39 A. Baldwin Brett, Museum of Fine Arts. Catalogue of Greek Coins (1955) 308 Nr. 2311 dachte an einen Probeabschlag. Die neue Deutung verfocht erstmals E. S. G. Robinson in: H. Ingholt (Hrsg.), Centennial Publication of the American Numismatic Society (1958) 591 f. Zogernd folgte ihm J. Barron, The Silver Coins of Samos (1966) 17 f. 40 Samische Munzen wurden im 19. Jahrhundert vielfach gefalscht, zumal in Smyrna: W. Kubitschek, NumZWien 53, 1920, 100; J. Svoronos, JIAN 21, 1927, 144 Nr. 470; E. S. G. Robinson, NumChron 1956, 15-18; Ph. Kinns, The Caprara Forgeries (1984)41 f.Nr. 57-59. 41 Zu der frUhen samischen Elcktronpragung E. Babelon, RevNum 1894,149-163. 42 Aufgehammerte Goldfolien scheiden aus, da sie keine tauschende Wirkung zeigen, vgl. G. Markoe, Phoenician Bronze and Silver Bowls from Cyprus and the Mediterranean (1985) 10. Feuervergoldung scheint in den antiken Falscherwerkstatten nicht praktiziert worden zu sein: E. Darmstadter, Mitteilungen der bayrischen numismatischen Gesellschaft 47,1929, 27-38. Indes ist zu bedenken, daB einige der rbmischen Staatskameen nachweislich vergoldet waren: W. Oberleitner, JbKuHistSamml 87, 1991, 67 ff. Die zugrundeliegende Technik ist m. W. nicht geklSrt. 43 C. M. Kraay, Archaic and Classical Greek Coins (1976) 29 f. erwog, ob Polykrates diese MUnzen als interne Kreditwahrung pragen lieB und die verbramende Geschichte erst spater entstand; vgl. L. Kurke, Coins, Bodies, Games and Gold. The Politics of Meaning in Archaic Greece (1999) 114 ff. 44 H. Mbbius, AA 1941, 1-17; ders. in: Festschrift W. Eilers (1967) 454-456; J. Boardman, The Greeks Overseas 3 (1980) 76. Der orientalisierende Charakter der Scheibenanhanger geht jedoch den samischen BleimUnzen ab, und sowohl den ionischen Anhangern als auch ihren syrischen Vorbildern fehlt jede monetare Funktion: R. Dussaud, Syria 4,1923, 311. 199 Wolfgang Fischer-Bossert allzu giinstiges Verhaltnis von Aufwand und Verdienst ab. Einer Bauinschrift des Erechtheion entnehmen wir. dafl in Athen im Jahr 408 v. Chr. ein Talent Blei funf Drachmen kostete45, trotz der prekaren Lage Athens am Ende des Peloponnesischen Krieges gewiB kein uberhohter Preis, da bei der Silbergewinnung in Laurion Blei als Nebenprodukt anflel46. Ein Talent Gewicht entspricht 60 Handelsminen, welche in Athen zu dieser Zeit mit je 110 Drachmen berechnet wurden47. Die attische Drachme zu 4,36 g zugrundegelegt, ergeben 6600 Drachmen - also ein Gewichtstalent - 28,815 kg. Dieses Gewicht in Blei war in Athen flinf Drachmen wert. Fiinf attische Drachmen beinhalten denselben Wert wie 50 sizilische Hemilitrai. Vorausgesetzt, dafi der sizilische Bleipreis nicht wesentlich von dem athenischen abwich48, konnte man in Akragas mit einem Hemilitron ein gutes Pfund Blei kaufen. Ein Falscher hatte demzufolge aus dem bleiernen Hemilitron zwar theoretisch mehr als den 30fachen Gewinn erzielt, doch der Lohn fur Aufwand und Risiko bleibt hier viel geringer als bei der Verbreitung subarater Silbermunzen. Eine Interpretation der antiken Bleimiinzen als zeitgenossische Falsa diirfte damit erledigt seiif9. Es bleiben jetzt nur die beiden Moglichkeiten ubrig, antike Bleimunzen entwe&r als Probeabschlage oder als Notpragungen zu deuten. Zu der ersten wurde bereits das Notige gesagt; technische Charakteristika, die eine Bleimiinze als Probeabschlag erweisen konnten, gibt es nicht. So ist die Entscheidung zugunsten der einen oder anderen Losung im Nachweis der Alternative zu suchen, denn die Voraussetzungen, die eine Pragung aus minderwertigem Material erzwingen, sind leicht zu erraten und die Bedingungen, unter denen eine solche Pragung nachzuweisen ist, einfach zu beschreiben. So trittder Charakter einer ultima ratio bei zwei athenischen Pragungen offen hervor, die an die Stelle hoher Silbernominale traten50: Den subaraten Tetradrachmen aus der letzten Phase des Peloponnesischen Krieges51 und der bronzenen Notpragung des Timotheos, mit der er seine vor Olynth liegenden Truppen besoldete52. Weniger ernst, aber in den Augen der Zeitgenossen skandalos war der Hintergrund der Kreditwahrung Dionysios' I.: Der Tyrann von Syrakus setzte durch gezielte Abschottung des ostsizilischen Geldverkehrs de Annahme seiner bei weitem uberbewerteten Bronzepragung durch53. In alien drei Fallen sind wir durch literarische Uberlieferung von der Existenz der Sonderpragung unterrichtet und konnen anhand einer gewissen Fundstreuung belegen, daB diese Miinzen umliefen54. Auf weniger giinstige Voraussetzungen stoBen wir bei der Frage, ob auch 45 IG l3 476, Z. 296-299. 46 C. E. Conophagos, Le Laurium antique et la technique grecque de la production de l'argent (1980) 331-337. 47 K. Hitzl, Die Gewichte griechischer Zeit aus Olympia, OF 25 (1996) 113 f. 48 r_)er prejs unterlag groBen Schwankungen. Wahrend er bis zum Jahr 329/8 auf nahezu die Halfte, 2 Drachmen und 4 Obolen, gefallen war (IG II-III2 1672, Z. 176; vgl. Aristot. oec. II 2, 36 = 1353 a), kostete im 1. Jh. n. Chr. ein romisches Pfund (= 327 g) Blei 7 Denare (Plin. NH 34, 161). 49 Die lex Cornelia de falsis (paraphrasiert im Exzerpt der Digesten XLVIII 19, 9) rechnet nur mit betrugerischem Verbreiten von Zinn- und Bleimunzen, aber nicht mit ihrer Herstellung (im Gegensatz zu verschnittenen Gold- und gefutterten Silbermunzen): Eadem lege exprimitur, ne quis nummos stagneos plumbeos emere vendere dolo malo vellet. 50 Eine Ratio Ar : Ae = 110 : 1 extrapolierte K. Rcgling in: F. von Schrotter, WOrterbuch der Munzkunde (1930) 744 s. v. "Wertverhaltnis", nachdem er der Inschrift IG I3 472, Z. 139 ff. die Ratio Ar : Cu = 171 : 1 entnommen hatte; vgl. Ch. Boehringer, RBelgNum 145, 1999, 52; G. Le Rider, BCH 118, 1994, 29 f. Vorlaufig unbewiesen ist die Annahme von G. K. Jenkins, The Coinage of Gela, AMuGS 2 (1970) 105 f., Bronze sei in Sizilien um 400 v. Chr. hoher bewertet worden als auswarts, vgl. Boehringer a. O. 52 f., der einen niedrigeren Bronzekurs (Ar : Ae = 1 : 125) errechnet. Zum Verhaltnis Ar: Ae in hellenistischer Zeit K. Maresch, Bronze und Silber (1996) passim. ~1 J. H. Kroll in: XAPAKTHP. Festschrift M. Oikonomides (1996) 139-146; ders., The Greek Coins, Agora XXVI (1993) 24 ff. 52 K. Regling, ZfNum 39, 1929, 199-203; E. S. G. Robinson - M. J. Price, NumChron 1967, 1-6; Kroll a. O. 26. 33 Ch. Boehringer, SchwMuBl 28, 1978, 49-65; ders. in: Greek Numismatics and Archaeology. Essays in Honor of Margaret Thompson (1979) 9-32. 54 Ein ahnlicher Fall scheint sich in Dyrrhachion zu ergeben: O. Picard - S. Gjongecaj, RevNum 153, 1998,103-107. 200 Zwei sizilische Bieimiinzen in Miinster einzelne Bronzemiinzen, die sich typologisch einer Edelmetallpragung zuordnen lassen, als Uberreste von Notpragungen zu betrachten sind: etwa bei zwei Unika von Thuriof5 und Tarent56 und einem bronzenen „Aureus" des Postumus . Solange keine Neuftinde die Zirkulation dieser Stiicke beweisen, muB die Frage offenbleiben; lediglich bei dem tarentinischen Stuck laBt ein Gegenstempel auf Handelswert schlieBen. Die ursachliche Notlage konnen wir hier nur ahnen. Die raison d'etre aller Notpragungen laBt ohnehin nur Zufallsfunde erwarten, denn mit der Riickkehr normaler Verhaltnisse verschwanden die uberbewerteten MUnzen rasch vom Markl58. Hortfunde, in denen minderwertige Geprage in Mengen vergesellschaftet sind, widersprechen dieser Einschatzung nicht, solange wir nicht gezwungen sind, ihre Verbergung von der Emission der entsprechenden Notpragung zeitlich weit abzurucken59. Auch mit der Einfuhrung des Bronzekleingeldes60 erweiterte sich der Spielraum fiir finanzielle ZwangsmaBnahmen kaum, da man den Kreditwert nur einzuraumen bereit war, solange es sich um kleine Werte handelte und die hoheren Nominale aus Edelmetall ausreichend zur Verfiigung standen61. Angesichts dieser Sachlage steht nicht zu erwarten, daB sich die mutmaBlichen Notpragungen aus Blei durchweg als solche erweisen lassen. Um sich dem Problem von einer zuganglichen Seite aus zu nahern, soil zunachst von jenen Bieimiinzen die Rede sein, die am ehesten als Zahlungsmittel in Betracht kommei. Kiirzlich hat D. Barag einige spathellenistische Bleipragungen aus Palastina als giiltige Kurant interpr© tiert62. Als entscheidendes Kriterium fuhrt er an, daB diese Bleipragungen keine eigenen Typen bilden, sondern eine typengleiche Bronzepragung flankieren bzw. ablosen. Es miisse sich demnach um Notpra- gungen handeln, die der Uberbriickung eines akuten Bronzemangels dienten. Er betont ferner, daB auBer der typologischen Anbindung auch eine gewisse Streuung der Fundorte zu fordern sei, um die Zirkulation der Bieimiinzen zu gewahrleisten. So wichtig dieser Nachweis ist, so schwer bleibt er auch hier zu fuhren. Barag kann neben zwei Miinzen des Seleukiden Antiochos VII.63, zweien eines nabataischen Konigs Aretas (II. oder III.?)64 und einem Unikum der Offizin von Askalon (1. Jahrhundert v. Chr.)65 nur eine 55 Munzen & Medaillen AG Basel, Festpreisliste 522, Juni 1989, Nr. 2 = Auctiones S.A. Basel, Auktion 25, 19. Juni 1995, Nr. 38. Die Ruckseite stempelgleich mit SNG Oxford 959. 56 Fischer-Bossert a. O. 318 Nr. 1089 Taf. 61. Zur Deutung ebenda 333 f. 57 Munzen & Medaillen AG Basel, Auktion 10, 22. Juni 1951, Nr. 86. Zwei silberne Abschlage von Aureusstempeln des Postumus wurden jiingst als giiltige Kurant interpretiert: P. Bastien in: Melanges offerts au Docteur J.-B. Colbert de Beaulieu (1987) 77-87; R. Weiller, Der Schatzfund vom Titelberg, SFMA 15 (1999) 24-26. 58 Diese Regel gilt nur fiir kleine Emissionen. Wenn minderwertige Emissionen den Markt iiberschwemmen, tritt dagegen die lex Gresham in Kraft. 59 Der Piraushort (IGCH 64), der die erwahnten athenischen Subarata enthielt (o. Anm. 51), und ein mittelgriechischer Hort, der aus Bieimiinzen von Theben und Larisa bestand (u. Anm. 82), sind durch keine Beimengungen spater als die Notpragung datiert. 60 M. J. Price in: Essays in Greek Coinage presented to Stanley Robinson (1968) 90-104; ders. in: Atti del VI convegno del Centro Internazionale di Studi Numismatici, Neapel 1977 - AnnlstltNum 25 Suppl. (1979) 351-358. 61 Tonmiinzen kann ich wegen ihrer einfachen Reproduzierbarkeit keinen Geldcharakter beimessen, vgl. R. H. McDowell, Stamped and Inscribed Objects from Seleucia(1935) 241-250; E. T. Newell, The Coinage of the Eastern Seleucid Mints (1938) 98; J. G. Milne, Iraq 6, 1939, 93-100; H. A. Cahn, SchwMuBl 31, 1981, 22; K. Mannino, RItNum 95, 1993, 207-241; L. Pedroni, RBelgNum 144, 1998, 5-10. Die sog. GlasmUnzen hat bereits R. Nadrowski, Spink's Monthly Numismatic Circular 6, Jan. 1898, 2526 f. als tesserae erklart. 62 D. Barag in: Festschrift L. Mildenberg (1984) 1-5. 63 Barag a. O. 4 Taf. 3, 3-4. 64 E. S. G. Robinson, NumChron 1936, 290 f; Y. Meshorer, Nabataean Coins, Qedem 3 (1975) 85 f. Nr. 3; Barag a. O. 3 Taf. 3, 201 Wolfgang Fischer-Bossert dicht belegte Bleipragung namhaft machen: Eine Serie des Hasmonaers Alexander Jannaeus aus dessen letzten Regierungsjahren (79-76 v. Chr.)66. Vielleicht darf man es als Argument zugunsten der monetaren Funktion werten, daB es sich bei Barags palastinischer Gruppe nicht um eine isolierte Erscheinung, sondern um das Bindeglied in einer langeren Kette handelt: Bleigeprage, die eine typengleiche Bronzeserie begleiten, sind im hellenisierten Orient wiederholt anzutreffen. Wenn die ubliche Zuweisung der entsprechenden Stiicke an die Herrscher Vermina (um 200 v. Chr.) und Masinissa (204-148 v. Chr.) Bestand haben sollte, stehen die numidischen Bleipragungen am Anfang der Reihe67, wahrend die ptolemaischen, denen man gerne den Vorrang lieBe, wahrscheinlich etwas spater (168 v. Chr.?) zu datieren sincf38. Hierauf folgt die erwahnte palastinische Gruppe, und kurz darauf finden wir die Kleinbronzenpragung zweier Konige von Charakene, Attambelos I. (ca. 45 v. Chr.) und Thionesios I. (ca. 20 v. Chr.), mit bleiernen Exemplaren durchsetzl69. Diese Tradition, wenn man so will, setzt sich im kaiserzeitlichen Orient fort: Aus dem 2. und 3. Jahr hundert kennen wir einzelne Bleiemissionen aus Agypten70, Syrien71 und Indien72, aus spaterer Zeit sassanidische73 und byzantinische74. Auch im Westen des romischen Reiches, in Gallien und Spanien, sind vereinzelt Bleiemissionen nachweisbar75. Die romischen Bleipragungen bilden, wenn nicht die typengleiche Fortsetzung, so doch das Aquivalent einer Kleinnomhalserie. Der geringe Preisunterschied 5. 65 Barag a. O. 4 Taf. 3, 6. 66 Barag a. O. passim mit der alteren Lit. 67 j. Mazard, Corpus Nummorum Numidiae Mauretaniaeque (1955) 26; H. R. Baldus in: Die Numider, Kat. Bonn (1979) 191; SNG Copenhagen, North Africa Nr. 518-519; F. Albuquerque, Rouen, Auktion 33, 12. Marz 1992, Nr. 26; GieBener Miinzhandlung, Munchen, Auktion 100, 20. Nov. 1999, Nr. 249; Classical Numismatic Group, Lancaster, Auktion 54, 14. Juni 2000, Nr. 831. Die Zuvveisungsproblematik behandelt H. R. Baldus in: Die Munze. Festschrift M. R.-Alfoldi (1991) 26-34. Zu den kaiserzeitlichen Bleimedaillons mit einem mutmaBlichen Portrait des Masinissa J. Baradez in: Hommages a A. Grenier I, Coll. Latomus 58 (1962) 216-227. - Eine obskure Bleimunze von Kyrene (?): H. Schulman, New York, Auktion 6. Mai 1969 (Slg. Mabbott), Nr. 3804. 68 J. Svoronos, Ta nomismata tou kratous ton Ptolemaion II (1904) 236 Nr. 1429-1430, die er als Notpragung wahrend der Belagerung Alexandrias 168 v. Chr. durch Antiochos IV. auffaBt: Svoronos a. O. IV (1908) 289 f. Fest steht der terminus ante quern 146 v. Chr.: W. Weiser, Katalog ptolemaischer Bronzemiinzen der Sammlung des Instituts fur Altertumskunde der Universitat zu KOln (1995) 88 Nr. 143. 69 G. Le Rider, Syria 36, 1959, 236 f. Nr. 21-29 Taf. 19. Zur Chronologie zuletzt O. Morkholm, Coin Hoards 4, 1978, 25-27 Nr. 77. Einige bleierne Tetradrachmen des Tiraios II. (78 v. Chr.) im Hort von Basra (IGCH 1786) zahlen wegen des groBen Wertgefalles zum Siiber nicht zu dieser Gruppe und wurden von Le Rider a. O. 243 als moderne Falschungen betrachtet, vgl. H. H. Kricheldorf - W. Kali, Der Miinzen- und Medaillensammler. Berichte 8/45, Juni 1968, 455-457. Zum Hort vgl. Boston II 68 Nr. 305. 70 Zur Bleipragung von Memphis J. Babelon, Traite des monnaies grecques et romaines I (1901) 372; I G. Milne, NumChron 1908, 287-310. Zur alexandrinischen Bleipragung G. Dattari, Numi Augg. Alexandrini (1901) 437 f. Nr. 6564 ff.; J. G. Milne, Ashmolean Museum Oxford. Catalogue of Alexandrian Coins (1933) S. XLIV f; E. Christiansen, The Roman Coins of Alexandria (1988) 309. Ferner S. Pennestri in: Akten des 6. Intemationalen Kongresses fur Agyptologie I (1992) 481-487 [non vidi]; dies, in: Actes du XI. Congres International du Numismatique, Briissel 1991 (1993) I 391-395. Sternberg, Zurich, Auktion 13, 17.-18. Nov. 1983, Nr. 313 (Oxyrhynchites?). 71 J. G. Milne, Iraq 6, 1939, 93-100; ders., NumChron 1945, 134-136. Zu Bleimtinzen von Palmyra H. Seyrig, Syria 18, 1937, 3; G. Le Rider, Syria 36, 1959, 236 Anm. 2. 72 R. Gobi, Antike Numismatik I (1978) 37, erwahnt Bleimunzen des siidindischen Andhra-Staates (2. Jh. n. Chr.). 73 M. Mitchiner, NumChron 1977, 161 f. interpretiert diese als antike Falsa. 74 C. Morrisson, RItNum 83, 1981, 119-130; W. Weiser, SchwMuBl 35, 1985, 13-16; C. Morrisson, RItNum 95, 1993, 79-102. 75 Gallien: J. O. C. Boulakia, AJA 76, 1972, 143 f. Spanien: C. Cayon in: Proceedings of the 10th International Congress of Numismatics, London 1986 (1989) 167-171; A. Casariego - G. Cores - F. Pliego, Catalogo de plomos monetiformes de la Hispania antigua (1987). Bleimunze Valentinians II. aus Tipasa: R. Turcan, Libyca 9, 1,1961,208. 202 Zwei sizilische Bleimiinzen in Miinster zwischen Bronze und Blei schliefit eine Deutung als antike Falschungen aus, und da stets mehrere Exemplare bekannt sind, ist auch nicht an Probeabschlage zu denken. Es ist seit langem bekannt, daB im Orient eine lockeie Tradition von Miinzsubstituten aus Blei zu fassen ist. J. Milne hatte vorgeschlagen, diese Tradition aus Assyrien herzuleiten76, wo das Blei die edleren Metalle als Wertmesser erganzt habe. Gegen seine Theorie sprechen jedoch mehrere Griinde: der weite Hiat zwischen dem angeblichen Ursprung und den Nachfolgern; der - gemessen an dem hohen altassyrischen Bleipreis77 - im Hellenismus gesunkene Wert des Metalls; die Beobachtung, dafi die altesten Vertreter der hellenistischen Gruppe nicht in Mesopotamien oder Pa&stina, sondern in Nordafrika anzutreffen sind; und zuletzt der Umstand, dafi die Interpretation einiger gestempelter Bleibullen aus Assur als Zahlungsmittel, auf die sich Milne stutzte, schon seinerzeit als gewagt gait und weiterhin auf groBe Skepsis stoBt78. Ahnliche Bleischeiben sind auch in der bronzezeitlichen Agais belegt und werden gemeinhin als Gewichte interpretiert79; da sie wie alle unlegierten Metallgegenstande jederzeit konvertierbar waren, wurden sie gewiB mitunter thesaurierl80. Mag dieser Usus auch aus dem Orient abzuleiten sein, so stehen die hellenistischen Bleipragungen dennoch schwerlich in orientalischer Tradition: Das Blei diente in dieser Zeit langst nicht mehr als Wertmesser, sondern nur noch als Surrogat Es hatte mit zunehmender Verfugbarkeit der Edelmetalle derart an Wert verloren, daB es sich in das bimetallische Wahrungssystem der Archaik nicht mehr integrieren lieB. Die Idee, im Notfall auf Blei als Munzmetall zuriickzugreifen, diirfte denn auch im agaischen Raum entstanden sein. Dafur gibt es zwei Hinweise: Zum einen scheinen im 4. Jahrhundert einige Poleis mit eisernen Miinzen, die ahnlichen Vorbehalten begegnen mufiten wie Bleipragungen, experimentiert zu haben81. Zum anderen wurde vor gut zehn Jahren in Bootien ein Hortfund entdeckt, der nicht weniger als 52 Bleimiinzen barg: 32 im Typus thebanischer Statere und 20 im Typus der Drachmen von Larisa82. Aus den schon angefiihrten Grunden kann es sich nicht um die Rucklage eines antiken Falschers handeln83, zumal eine von denselben Stempeln herruhrende Bleidrachme von Larisa schon an anderer Stelle belegt ist4. Vielmehr ist an Notpragungen in der Art jener des Timotheos zu denken, wobei Fundort, Vergesellschaftung und typologischer Standort einen Zusammenhang mit dem Konflikt zwischen Philipp II. und den mittelgriechischen Poleis nahelegen5. 76 J. G. Milne, NumChron 1945, 134-136, der am Ende feststellt: "Palmyra was the channel through which the Assyrian tradition of leaden currency was transmitted to Palestine and Egypt". 77 R1A VIII (1993) 100 s.v. "Metalle und Metallurgie. A" (F. Joannes); G. Kopcke, Handel, ArchHom M (1990) 7. B. Landsberger, Assyrische Handelskolonien in Kleinasien, WdO 24,4 (1925) 22, nennt die Ratio Ar: Pb = 6 : 1. 78 S. Smith, NumChron 1922, 176-185, mit einem reservierten Postskript der Redaktion. Ferner M. Miiller in: Studies in honor of I. M. Diakonoff (1982) 270-278; D. C. Snell in: J. M. Sasson (Hrsg.), Civilizations of the Ancient Near East III (1995) 1489. 79 H. G. Buchholz, Agaische Bronzezeit (1987) 172-175 mit der alteren Literatur. Auch die Bleistiicke in einem Fund von Herakleia in Lukanien diirften als Gewichte zu deuten sein: P. Ebner, BollCircNumNapoletano 52, 1967, 57-62; M. Balmuth in: A Survey of Numismatic Research 1966 - 1971,1 (1973) 29. 80 R. M. Boehmer, Die Kleinfunde von Bo|azkOy, WVDOG 87 (1972) 166 mit der alteren Literatur; J. Dayton, Berytus 23, 1974, 51; Kopcke a. 0.38. 81 Zuletzt M. Oikonomides, RItNum 95, 1993,75-78 (Phokis, Tegea, Argos). Ferner U. Kohler, AM 7, 1882, 1-7. 377-79 (Tegea, Argos, Heraia); A. Blanchet, JIAN 10, 1907, 269-272; Ph. Lederer, Blatter ftir Munzfreunde 43, 1908, 3923 f. (Arkadien); J. Svoronos, JIAN 14, 1912, 187-189 (Phokis); K. Regling, JIAN 15, 1913, 77-80 (Phleius start Phokis?); M. J. Price in: Essays in Greek Coinage presented to Stanley Robinson (1968) 100; S. Miller, Hesperia 53, 1984, 184. Zu dem spartanischen Eisengeld zuletzt K. Ehling, JNG 47,1997,13-20. 82 P. N. Protonotatos in: XAPAKTHP. Festschrift M. Oikonomides (1996) 251-260. 83 Die von antiken Falsa sattsam bekannten Hybriden treten nicht auf. Beide Pragungen lassen sich in je zwei auch nach Stempeln getrennte Gruppen scheiden. 84 S. W. Grose, Fitzwilliam Museum. Catalogue of the McClean Collection of Greek Coins II (1926) 211 Nr. 4627 Taf. 173,22. 8 5 Protonotatos a. O. denkt an die Schlacht von Chaironeia. LieBe sich dieser Fixpunkt sichern, wurde die von Th. Martin 203 Wolfgang Fischer-Bossert Vcr der Entdeckung des bootischen Hortes hatte man das Unikum von Larisa eher als Probeabschlag denn a!s das letzte Residuum einer Notpragung interpretiert. Wir stellen fest, daB sich der bedrohliche N'echanismus von geringem Materialwert und absehbarer Kiindigung des Kreditwertes um so negativer auf die Erhaltung auswirkte, je hoher das Preisgefalle zwischen Original und Substitut war: Ganze E~issionen verschwanden nahezu spurlos. Um so dringender stellt sich das Problem, ob sich in anderen 3:eimunzen, die mit den Stempeln eines Silbernominals gepragt sind oder wenigstens denselben Typus vertreten, noch einige unerkannte Notpragungen verbergen. Neben der erwahnten Bleipragung von Samos86 kommen theoretisch folgende Stiicke in Frage: Zwei Didrachmen von Metapont (um 540/7, ein lykischer Stater (um 500)88, ein Tetradrachmon von Gela (um 460)89, sieben unterschiedliche Munzen von Tarent (4. und 3. Jh.)90, ein Stater korinthischen Typus' von Syrakus (um 340)91, ein Stater von Soloi , zwei Tetradrachmen Antiochos' III.93 sowie ein Tetradrachmon Antiochos' VI.94, ferner ein Schekel von Tyros (93/2)95 und sogar einige romische Denare96. Angesichts der Gefahr vorschneller Interpretationen gebe ich allerdings zu bedenken, daB jene Blei- mtinzen, die aus Falscherstempeln stammen, eine routinemafiige Abnahme miinzformiger Probeabschlage erschliefien lassen97: Eine Erklarung, die weniger folgenschwer ist als die dramatische Hypothese, wir hatten es hier iiberall mit Notpragungen zu tun. Man sollte es daher bis auf Weiteres bei dem Vrte'ilnon liquet belassen und auf weniger zweideutige Neufunde hoffen. Das gilt auch fur das bleierne Hemilitron 98 von Akragas . abgesenkte Miinzchronologie von Larisa gefestigt: MusNotAmNumSoc 28, 1983, 1-34; ders., Sovereignty and Coinage in Classical Greece (1985) 34 ff. 86 s. o. Anm. 39. 87 A. Siciliano, RItNum 95, 1993, 146; vgl. S. P. Noe, The Coinage of Metapontum, parts 1 and 2, with additions and corrections by A. Johnston (1984) 15 Nr. 12. 17 Nr. 57. 88 Sotheby, Wilkinson & Hodge London, Auktion 7. Dez. 1896 "Sir Edward Bunbury, part II", Nr. 346 Taf. 3 = BMC Lycia, Pamphylia and Pisidia 283 Nr. 16 A Taf. 43, 1. Die Riickseite stempelgleich mitN. Vismara, Monetazione arcaica della Lycia II. La collezione Winsemann Falghera (1989) 78 Nr. 39 Taf. 5. 89 D. Klose, MiiJb 44, 1993, 215 Nr. 18 = Auctiones S.A. Basel, Auktion 17, 7.-8. Juni 1988, Nr. 327. Beide Stempel sind sonst nicht belegt, vgl. G. K. Jenkins, The Coinage of Gela, AMuGS 2 (1970) Nr. 203-216. 90 Siciliano a. O. 146 f.; W. Fischer-Bossert, Chronologie der Didrachmenpragung von Tarent, AMuGS 14 (1999) 383 Anm. 13; 0. Ravel, Descriptive Catalogue of the Collection of Tarentine Coins Formed by M. P. Vlasto (1947) 185 Nr. 1858-1859. 91 Auctiones S.A. Basel, Auktion 17, 7.-8. Juni 1988, Nr. 329. Zu den syrakusanischen Pegasoi R. J. A. Talbert, Timoleon and the Revival of Greek Sicily 344 - 317 (1974) 172. 92 J. G. Milne, Iraq 6, 1939, 97. 93 A. Houghton, AmJNum 9, 1997, 3 Nr. 2-3. 94 Houghton a. O. 4 Nr. 4. 95 Milne a. O. 96 Abb. 3, vgl. BMC Phoenicia 241 Nr. 125. 96 Milne a. O. 97. Dieplumbei Martials (Mart. X 74, 4) waren vermutlich tesserae. Zur lex Cornelia vgl. o. Anm. 49. 97 s. o. Anm. 34. 98 Nachtrage: Zu den Bleimunzen des Polykrates jetzt H. Ihl in: P. Berghaus (Hrsg.), Westfalia Numismatica (2001) 15-19 [non vidi]; Quecksilbervergoldung wurde fur die Kaiserzeit jetzt nachgewiesen von C. Botre - S. Hurter, SchwNumRu 79, 2000, 107-111. ? Das 2. attische Munzdekret (R. S. Stroud, Hesperia 43, 1974, 174 f.; T. V. Buttrey in: Greek Numismatics and Archaeology. Essays in Honor of M. Thompson [1979] 35) und Demosth. 24, 214 erwahnen subplumbate Falsa; eine schlecht erhaltenes Falsum im Isthmia-Hort (IGCH 11) konnte ein solches Hypomolybdon sein: Stroud a. O. Taf. 25 c; vgl. G. Kaminski, Jdl 106, 1991, 143 Anm. 517. - Bleitesserae aus den Thermen von Fregellae: L. Pedroni, BollNum 28/29, 1997, 203-210. Bleitesserae aus Slg. W. Froehner: G. F. Hill, NumChron 1923, 241 f. Votivplatte aus Blei: Miinzzentrum, Koln, Auktion 70, 5. Dez. 1990, Nr. 363 = P. Schulten, Koln, Auktion 20.-22. Okt. 1987, Nr. 231. - Beidseitiger Bleiabschlag einer Hekte von Kyzikos: A. Burkhardt - H. J. Liewald, SchwMiiBl 51, 2001, 3-5. Einseitige Bleiabschlage sizilischer Bronzemiinzen: G. Manganaro, JNG 48/49, 1998/99, 83 Abb. 3. 4. Einseitiger Bleiabschlag von Kyrene: K. 204 Zwei sizilische Bleimunzen in Miinster Schenk-Behrens, Essen, Auktion 67, 25.-27. Mai 1994, Nr. 166. Bleiabschlag von Tanagra (o. Anm. 19): G. F. Hill, NumChron 1917, 7 f. Taf. 1, 13 (London, British Museum). Einseitiger Bleiabschlag mit Herakleskopf, Fundort Selge: Munzzentrum, Koln, Auktion 51, 28. Marz 1984, Nr. 182. Beidseitiger Abschlag (Bronze?) eines hybriden Antoninians des Kaisers Gallienus, wohl aus Falscherwerkstatt: P.-F. Jacquier, Kehl am Rhein, FPL 25, Herbst 2000, Nr. 560. - Bleimunze des Alexander Jannaeus: Superior Galleries, Beverly Hills, Auktion 5. Dez. 1991 (Slg. Bromberg), Nr. 7. Bleimunze von Karthago: SNG Braunschweig 577. Bleionkia von Kyzikos: Munzzentrum, Koln, Auktion 68, 25. Apr. 1990, Nr. 200. Bleionkia von Kame: Munzzentrum, Koln, Auktion 68, 25. Apr. 1990, Nr. 266. Bleifalsa von Traianopolis und Alexandria Hadrian): SNG Braunschweig 1812. 1815. Bleimunzen der Zenobia behandelt G. Le Rider, RNum 1959/60, 18 f. - Bleierne GuBmunzen aus Trier (Notgeld des 4. und 5. Jhs.): K. Petry in: Akten des XII. Internationalen Numismatischen Kongresses, Berlin 1997, Bd. II (2000) 943. 205 TAFEL16 1. Bleimiinze aus „Naxos". Miinster, Archaologisches Museum der Universitat Inv. M 2906 (M 1:1). - 2. Yorderseite von Inv. M 2906 (M 3:1) - 3. Bleimiinze aus Akragas. Miinster, Archaologisches Museum der Universitat Inv. M 2907 (M 1:1). - 4. Ruckseite von Inv. M 2907 (M 3:1).
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